Nominierung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2021

St. Marienkirche Prenzlau

St. Marienkirche Prenzlau
Fotografien: Stefan Melchior
St. Marienkirche Prenzlau
Verfasser: 
Architektur: Krekeler Architekten Generalplaner GmbH, Brandenburg an der Havel
Tragwerk: Peter Krämer Krekeler Architekten Generalplaner GmbH Brandenburg an der Havel
Weitere Beteiligte: Historische Bauforschung, Dirk Schumann, Berlin
Bauherr/in: 
Evangelische Kirchengemeinde Prenzlau
Kommune: 
Prenzlau

Die bauschmuckreiche St. Marienkirche in Prenzlau ist ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen der Stadt sowie ein bedeutsames Backsteingotikgebäude im gesamten norddeutschen Raum. Die markante Ostfassade dominiert die Innenstadt, welche kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges schwere Verluste an historischer Bausubstanz erlitten hat, darunter auch Dach und Gewölbe der stadtbildprägenden Kirche. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen Ende der 40er Jahre hat es bis zum Jahr 1970 gedauert, bis der Wiederaufbau starten konnte, welcher sich bis in die heutige Zeit erstreckt hat.

Die zum Baukulturpreis eingereichte Rekonstruktion des Kirchengewölbes in traditioneller Handwerkstechnik stellt insofern einen Höhepunkt in der örtlichen Geschichte dar, die vor über 70 Jahren begann. Die Einwölbung eines Kirchenlangschiffes nach dem baukonstruktiven Vorbild der Hochgotik stellt dabei eine besondere Leistung dar, denn die unzähligen, statischen Zwischenzustände beim Einwölben sind selbst mit modernster Technik kaum darzustellen. Mehrere hundert Tonnen Steine wurden in akribischer Handarbeit in Form von 21 Gewölbekappen zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verarbeitet. Das Ergebnis ist ein Zeugnis der Handwerkskunst auf einem bemerkenswert hohen Niveau.

Ein aus dem Ruhestand gerufener Maurer konnte dieses beeindruckende Wissen an die nächste Generation weitergeben. Dieser Wiederaufbau in Rekordzeit, der Mut und das Vertrauen der Beteiligten in das Handwerk, das hohe Niveau der Ausführung, die Weitergabe historischer Handwerkstechniken und nicht zuletzt die Wiederherstellung dieses außergewöhnlichen Raumgefüges verdient nach Ansicht der Jury eine Nominierung im Rahmen des Baukulturpreises.