Nominierung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2019

Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Oranienburg

Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Oranienburg
Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Oranienburg
Verfasser: 
Architektur: Dipl.-Ing. Dirk Bopst, 3PO > Bopst Melan Architektenpartnerschaft BDA, Potsdam
Tragwerk: stopper ingenieure, Dipl.-Ing. Ralf Stopper, Berlin
TGA: Sanartec GmbH, Oranienburg
Weitere Planer: Energieplaner: GEEBS Gesellschaft für energieeffizientes Bauen und Sanieren mbH, Zehdenick
Bauleitung:: Dipl.-Ing. Lars Werner, Berlin
Bauherr/in: 
Ehrhardt & Ehrhardt GbR
Kommune: 
Stadt Oranienburg

Das Schloss Oranienburg hat eine wechselvolle Geschichte: als Schenkung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an seine Frau Louise Henriette von Oranien im Jahr 1650 wurde es zum Namensgeber für die Domäne Bötzow auf der Havelinsel am Postweg zwischen Berlin und Hamburg. Die Lage jenseits der Havel am Westrand der Siedlung ermöglichte den barocken Ausbau des H-förmigen Corps-de- Logis und die Anlage eines Lustgartens unter Henriettes Sohn Friedrich III. Aber bereits 1802 wurde aus dem Schloss eine Fabrik, danach Lehrerseminar und im dritten Reich dann Polizeischule und Kaserne für die SS sowie später für die Grenztruppen der DDR. Erst 1997 wurde das Schloss Eigentum der Stadt und beherbergt heute im nördlichen Teil des Ehrenhofes die Stadtverwaltung. Die Geschichte des Schlosses und die großen Kriegsschäden während des zweiten Weltkrieges lassen nur vermuten, warum die wichtige Stadtkante auf der dem Schloss gegenüberliegenden Havelseite bisher keine angemessene bauliche Bedeutung erfahren hat.

Der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses stellt nach Ansicht des Preisgerichtes einen höchst anerkennenswerten Auftakt für eine Neuinterpretation dieser städtebaulichen Situation dar. Mit seiner eigenständigen Formsprache fern jeder theatralischen Gesten bezieht sich der dominante, aber feinsinnig detaillierte Neubau mit seiner dreigeschossigen Fassade und der hellen Farbgebung auf das Schloss und schafft dadurch ein angemessenes städtisches Gegenüber und eine starke Präsenz über die Havel hinweg.