Sonderpreis im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2021

Gewölbebrücke über die Schwarze Elster

Gewölbebrücke über die Schwarze Elster
Fotografien: Andreas Franke
Gewölbebrücke über die Schwarze Elster im Bau
Verfasser: 
Architektur: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Dienststätte Cottbus
Dipl.-Ing. Carsten Richter IB PROKON – Bauplanung GmbH, Kolkwitz
Tragwerk: Dipl.-Ing. Sebastian Paul IB J. Paul GmbH, Berlin
Bauherr/in: 
Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Betriebssitz Hoppegarten
Kommune: 
Uebigau-Wahrenbrück

Die drei schlanken Bögen der 1905 fertiggestellten Betonbrücke fügen sich harmonisch in das Landschaftsbild des Flusslaufes der Schwarzen Elster ein. Die Gesamtlänge der 6,40 m breiten Brücke beträgt 70 m und wird durch ein 27 m weites Mittelfeld sowie zwei 18 m große Randfelder geformt, die nur bei Hochwasser Wasserläufe überspannen.

Obwohl Bogenbrücken seit über 2000 Jahren bekannt sind, stellt die konstruktive Ausführung mit dem damals jungen Material Stampfbeton sowohl eine Besonderheit als auch ingenieurtechnische Meisterleistung dar. Hervorzuheben ist das Tragwerk aus unbewehrten Betonbögen, deren Stirnansichten mit Fugen versehen wurden, um an das Vorbild einer Natursteinbrücke zu erinnern.

Die mit Lesesteinen gepflasterte Brücke wurde 1945 durch einen Bauern vor der Sprengung bewahrt, dessen aufopferungsvolle Tat mittels Gedenktafel gewürdigt wird. Im Laufe der Jahre wurde die Brücke äußerst baufällig und schließlich 1996 für jeglichen Verkehr gesperrt. Anschließend mündeten aufwendige Analysen, Gutachten, Berechnungen der Ingenieure sowie Probebelastungen der Brücke in den Erhalt dieses fast schon verfallenen Ingenieurbauwerks. Ausgehend von einer umfassenden Planung wurde ein Konzept zur Sanierung erarbeitet und umgesetzt, welches 2018 zu einer vollständigen Ertüchtigung der Brücke unter Wahrung aller Aspekte des Denkmal- und des Umweltschutzes sowie dem gestaltenden Charakter der Drei- Bogen-Betonbrücke führte.

Die Bogenbrücke aus Stampfbeton ist ein gemeinschaftsbildendes Denkmal der Ingenieurbaukunst. Die Jury lobt den Einsatz zur Erhaltung des historisch wertvollen Erscheinungsbildes sowie die nachhaltige Restaurierung und adäquate Weiternutzung der Brücke über die Schwarze Elster, welche das Baukulturerbe für nachfolgende Generationen bewahrt.