Wohnen und Arbeiten im Denkmal

"Wohnen und Arbeiten im Denkmal" lautete das Thema des unter der Schirmherrschaft des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr in Brandenburg ausgelobten 5. Brandenburgischen Architekturpreises 2003. Mit dem Thema wurde ein Sektor des Planens und Bauens in Brandenburg gewählt, der in besonderer Weise der Mehrzahl der Aufgaben im Land Brandenburg entspricht.

Die eingereichten Arbeiten weisen ein breites Spektrum auf, von der sanierten Schlossanlage über die Umnutzung ehemaliger Pferdeställe zum Oberstufenzentrum bis hin zum sanierten Ackerbürgerhof oder einer zur Wohnung umgebauten Dorfschmiede. Aus nahezu 60 Arbeiten, deren Standorte vom Südwesten bis zum Nordosten Brandenburgs liegen, vom kleinen Dorf in der Prignitz, über die Kleinstadt in der Lausitz bis zur Landeshauptstadt, wurden durch die Jury die Brandenburgischen Architekturpreise 2003 und Anerkennungen ermittelt.

Die Annäherung von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden mit zeitgenössischer Architektur wurde in vielen Arbeiten aus einem Spannungsfeld von Respekt und Selbstbewusstsein interpretiert. Mit der Umnutzungen historischer Gebäude, gleich ob sakraler oder profaner Nutzung, sind viele dieser "Geschichtszeugen" wieder erlebbar gemacht und damit in das öffentliche Interesse zurückgeholt worden. Anerkennung gilt dafür nicht nur den mit Architekturpreisen ausgezeichneten Architektinnen und Architekten, sondern auch den Bauherren, dem bürgerschaftlichen Engagement in den Städten und Gemeinden.

Mit der Vielgestaltigkeit der eingereichten Arbeiten wird die Unverwechselbarkeit der Orte und der Regionen im Land dokumentiert. Deren identitätsstiftende Wirkung ist ein wichtiger Beitrag zur Baukultur des Landes Brandenburg.

Die Auslobung des Brandenburgischen Architekturpreises 2003 erfolgte zu sechs Themenfeldern. Es wurden 5 Architekturpreise und 5 Anerkennungen verliehen für:

- die denkmalgerechte Erhaltung von Baudenkmalen
- die zeitgenössische Ergänzung von Baudenkmalen
- die Umnutzung baulicher Denkmale zur Wohn- bzw. gewerblichen Nutzung
- das städtebauliche Denkmalensemble, das über das Einzelmonument hinausblickt
- die Erhaltung, Wiederherstellung und neue Nutzungskonzepte für Gartendenkmale und denkmalgeschützte  Freiräume
-die Erhaltung, Wiederherstellung und neue Nutzungskonzepte für denkmalgeschützte Innenräume und Inneneinrichtungen

Die Beurteilung orientierte sich an den Kriterien der Nachhaltigkeit einer sozialen, ökologischen, ökonomischen und kulturellen Auseinandersetzung mit dem Denkmal. Beurteilungskriterien dabei waren:

- die denkmalgerechte Umnutzung
- der kreativer Umgang mit denkmalgeschützter Substanz
- die Interpretation, die den veränderten Bedürfnissen der Nutzer Rechnung trägt- die Erhaltung bzw. Wiederaufnahme gewachsener Strukturen und Bewahrung historischer Maßstäblichkeit

- die Spannungsfelder zwischen historischer Architektur und zeitgenössischer Ergänzung bzw. Erweiterung im Sinne der Erhaltung und Anpassung oder über die kontrapunktische Ergänzung, Schaffung einer neuen architektonischen Identität

- die Integration moderner Techniken und Materialien in vorhandene Bausubstanz mit hohem gestalterischem und ökologischem Wert

Die Jury setzte sich zusammen aus fach- und sachverständigen Vertretern des Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg, der Brandenburgischen Architektenkammer, des Städte- und Gemeindebundes, des Landesamtes für Denkmalpflege und zweier Universitäten / Hochschulen mit dem Studiengang Architektur / Stadtplanung. Den Vorsitz führte der Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer, Bernhard Schuster.

Gern senden wir Ihnen die Dokumentation zum Brandenburgischen Architekturpreis 2003 kostenlos zu. Bitte schicken Sie ein E-Mail an die Landesgeschäftsstelle info@ak-brandenburg.de

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