Sonderpreis 2017

Wissenschafts- und Restaurierungszentrum Potsdam

Bild: Architekt
Verfasser: 
Staab Architekten GmbH, Berlin
Dr. Jacobs & Hübinger, Berlin
MATHES Beratende Ingenieure GmbH, Dresden
Scholze Ingenieurgesellschaft GmbH, Berlin Kofler Energies AG, Berlin
Halfkann+Kirchner Beratende Ingenieure für Brandschutz PartGmbB, Berlin
Bauherr: 
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Kommune: 
Landeshauptstadt Potsdam

Für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten entstand am Rande des Parks Sanssouci auf dem Gelände des ehemaligen Hans-Otto-Theaters ein Gebäudekomplex für Restaurierungsateliers mit Kantine und Sammlungsmagazinen. Das Gebäude zeigt wesentliche baukulturelle Qualitäten mit der sensiblen Einfügung in einen komplexen historischen Kontext, der einen Sonderpreis zum Baukulturpreis 2017 rechtfertigt. Die Lage des Baugrundstücks am UNESCO Weltkulturerbe Park Sanssouci in Sichtweite des Schlosses, angrenzend zur Brandenburger Vorstadt und auf einem Gebiet, das durch eine historische Streuobstwiese räumlich zum Park gehörte, erforderte vielfältige Abstimmungen und bauliche Tests zur architektonischen Fassung des Projekts. Der Altbau des Hans-Otto Theaters wurde in das Projekt integriert und mit dem Neubau rückseitig verknüpft. Der Altbau bewahrt durch die Nutzung als Kantine, unterstützt durch den von der Theaternutzung stammenden Eingang zur Stadt, eine angemessene Öffentlichkeit. Dagegen sind die „privateren“ gartenseitigen Ateliers direkter über die Höfe zu erreichen. Die recht große Neubaumasse ist geschickt gegliedert. Die Typologie historischer, in der Gegend ehemals vorhandener Gewächshäuser, wird durchm einzelne lineare verglaste Baukörper aufgegriffen.
Unter Freihaltung von wesentlichen geschützten Sichtachsen des Parkraums sind sie durch lineare Verschiebung auf dem Gelände geschickt eigenständig platziert und untereinander durch die Ausbildung von Gelenken, die Erschließungselemente aufnehmen, funktional verbunden.
Die Zwischenräume, die als Freiräume bzw. Höfe genutzt werden, sind wie selbstverständlich in die Nutzung eingebunden. Die bis zu 5 m hohen verglasten Ateliers mit Nordausrichtung der Arbeitsbereiche sind zum Park und auf die Schlösser orientiert. Im Gegensatz zu den historischen Gewächshäusern mit Südlage der verglasten Flächen sind die geschlosseneren Mauerwerksflächen hier zur Stadtseite gewandt. In der Ansicht vom Park erscheinen dadurch überwiegend die leichten Glasflächen, in denen sich der Park spiegelt. Die starke vertikale Gliederung der Verglasung wird durch vorgestellte metallene Lisenen unterstützt. Die rahmenden, sehr sauber ausgeführten preußisch gelben Sichtmauerwerksflächen und eine farbig angepasste Ziegeldeckung der flach geneigten Satteldächer kontrastieren hiermit. Die Farbigkeit der Bauten harmoniert vollkommen mit den Gebäuden der Umgebung. Es ist hervorragend gelungen, die Baumasse sensibel in den Ort einzufügen.