Vergabe von Planungsleistung und Entwicklung der RPW 2013 (Planungsrichtlinien für Wettbewerbe).

Wettbewerbe gemäß RPW 2013

Wettbewerbe - Vergabekultur von Planungsleistung
Um Wettbewerbe für eine Planungsaufgabe im Land weiter zu befördern, muß man sich eines vor Augen halten. Qualität im Freiraum, in der Stadtplanung und der Architektur zu erreichen, ist untrennbar mit der Frage nach dem richtigen Vergabeverfahren verbunden. Baukultur zu fördern, setzt also eine gute Vergabekultur voraus. Die Brandenburgische Architektenkammer wirbt seit langem für Wettbewerbe als das richtige Vergabeinstrument von Planungsleistung und unterstützt mit ihrer Arbeit die öffentlichen Vergabestellen des Landes sowie private Bauherrn, die sich für ihre Planungsaufgabe einen Wettbewerb vorstellen. Der Ausschuss Wettbewerb und Vergabe begleitet und berät den Auslober bei der Vorbereitung und der Durchführung von Planungswettbewerben. Die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) liefern dafür einen verlässlichen Rahmen, um eine faire und rechtssichere Vergabe von Planungsaufgaben zu gewährleisten. Dort werden die Verfahrensabläufe klar beschrieben, die Anforderungen definiert und Vergabekriterien erläutert.

Städte und Kommunen können durch das im Wettbwerb öffentlich gemachte Verfahren zur breiten und transparenten Diskussion und zum Meinungsaustausch der Öffentlichkeit anregen. Dies alles geschieht vor der Vergabe der Planungsleistung. Der für die Öffentlichkeit transparent gestaltete Planungswettbewerb, bei dem die Teilnehmer bis nach der Juryentscheidung anonym bleiben, die Wettbewerbsbeiträge, die durch ein Expertengremium, der Jury, pämiert werden und die Möglichkeit, dass anschliessend darüber in den Medien berichtet wird, tragen zur Erhöhung der Akzeptanz der Ergebnisse in der Öffentlichkeit bei.

Anja Kotlan, Referentin Wettbewerb und Vergabe

Grußwort des Präsidenten, Bernhard Schuster, Architekt in der neuen Arbeitshilfe zur RPW 2013
Die Bauherren, die für ihre Bauaufgabe einen Planungswettbewerb als einen der ersten Schritte gewählt haben, die sich einließen auf dessen Vorbereitung und die Mitwirkung bei der Jurysitzung erlebt haben, deren ausführliches Ringen, die Beste der eingereichten Ideen auszuwählen, sind nicht nur überrascht über die Vielfalt der Ideen zur gleichen Aufgabe, sondern auch überwiegend nachhaltig von der in der Jury gemeinsam getroffenen Entscheidung überzeugt. Der Wettbewerb von Ideen, nicht der von Honoraren oder der Matrix mit Verfahrenspunkten, rückt wieder stärker in  den Mittelpunkt derer, die Entscheidungen für ihre Bauaufgaben treffen müssen.

Seit 2008 ist die Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW) das entscheidende Instrument für die Vorbereitung und Durchführung von Wettbewerben. Intensiv haben das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft  (MIL), die Brandenburgische Architektenkammer und die Brandenburgische Ingenieurkammer die Durchführung von Planungswettbewerben beworben. Mit Workshops, Fachtagungen und einer Arbeitshilfe wurden die Handhabung der Richtlinie und die Durchführung von Planungswettbewerben öffentlichen und privaten Bauherren erläutert und mit der Vorstellung von abgeschlossenen Wettbewerbsverfahren untersetzt.

Die Anzahl der Planungswettbewerbe hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Der Einfluss des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft ist dabei mit Hilfe der Förderinstrumente noch wirksamer geworden. Die guten Beispiele der letzten Jahre von durchgeführten Planungswettbewerben sprechen sich herum. Die Brandenburgische Architektenkammer führt dazu auch eine Vielzahl von Gesprächen und berät Bauherren zum Thema Planungswettbewerb.

Mit der RPW 2013 wurde die Richtlinie fortgeschrieben. Die Erfahrungen der Architekten in Deutschland, der öffentlichen und privaten Bauherren sind mit in die Novellierung eingeflossen. Ein Feinschliff zur Verbesserung des Verfahrens, für eine größere Praktikabilität der Durchführung war das Ziel. Mit der neuen Planungshilfe wollen wir dies gemeinsam kommunizieren und weitere Bauherren davon überzeugen, dass der Planungswettbewerb das beste Verfahren darstellt, wenn es darum geht, eine sehr wichtige Entscheidung als Grundlage für eine Bauinvestition, zu schaffen. .

Planungswettbewerbe gelten unter Architekten als faires Verfahren, um den Marktzugang zu Planungsleistungen und  Transparenz bei deren Vergabe positiv zu beeinflussen und zu gestalten. Die Bewerbungszahlen zu den Planungswettbewerben haben in den letzten Jahren, auch in Brandenburg, deutlich zugenommen. In Planungswettbewerben wird um das Beste gerungen. Alle wissen dabei, dass nur Einer gewinnen kann. Das Engagement der Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und der beratenden Ingenieure ist immer beeindruckend und von Ausdauer geprägt.  Die Bauherrn, die ein solches Wettbewerbsverfahren  erfolgreich mit begleitet haben, sind stolz auf ‚Ihre‘ Idee, für die sie in der Jury votiert hatten, im Wissen um das Für und Wider der vielen Alternativen, die im Verfahren präsentiert wurden.