Sonderpreis im Rahmen des Brandenburgischen Baukulturpreises 2015

Stift Neuzelle - Museum "Himmlisches Theater"

Bilder: Architekt
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Peter Berger, Cottbus, Architekturbüro Berger & Fiedler
Landschaftsarchitektur: Dipl.-Ing. Claus Herrmann, Dipl.-Ing. Frank Riebesell, Dipl.-Ing. Susanne Moll, Berlin; hochC LANDSCHAFTSARCHITEKTUR
Ausstellung und Lichtplanung Museum: Dipl.-Designer Reinhard Meerwein, Dipl.-Ing. Karin Bieber, Gregor Sgonina (Lichtplanung), Berlin; tecton GmbH
Planung Technische Gebäudeausrüstung/Elektrotechnik: Dipl.-Ing. Andreas Purps, Hans-Joachim Budach, Eisenhüttenstadt Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Ellrich GmbH
Tragwerksplanung: Dr.-Ing. Peter Thieme, Cottbus (†)
Bauherr: 
Stiftung Stift Neuzelle
Baumanagement Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), Baubereich Landesbau Frankfurt (Oder)
Kommune: 
Gemeinde Neuzelle

Aus der gesetzlichen Verantwortung der Stiftung „Stift Neuzelle“ für den Erhalt der ehemaligen Klosteranlage entwickelte sich diese außergewöhnliche Baumaßnahme. Unterschiedliche Nutzungsanforderungen und anspruchsvolle Vorgaben der Denkmalpflege galt es in Einklang zu bringen. Wichtigster Bestandteil des Projektes ist die beispielhafte Präsentation der Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab im Museum „Himmlisches Theater“ mit einem neu geschaffenen, im Berg verborgenen Ausstellungsraum von 30 m x 11 m x 7 m sowie das klimatisierte Depot für ca. 250 bemalte Bildtafeln und Kulissen. Der Museumsneubau ist so angelegt, dass er sich in der Topographie nicht abzeichnet. Im Foyer des grundsanierten Kutschstalls wird der Besucher an die religiöse Thematik der Heiligen Gräber herangeführt. Ausstellung und Informationstresen sind hier behutsam in die wiederhergestellte historische Innenarchitektur eingefügt. Neben dem Pfarramt finden in den geräumigen Zimmern des Obergeschosses 25 Internatsschüler ein temporäres Zuhause. Eingebettet zwischen Stiftsplatz mit den neu verlegten historischen Pflasterungen und den Weinbergterrassen entfaltet dieses Projekt seine beeindruckende Atmosphäre – neue Architektur nicht sichtbar.

Ein hohes Maß an Verantwortung im Umgang mit Geschichte und modernen Anforderungen gebührt den Architekten, Ingenieuren, Landschaftsarchitekten, Bauforschern, Restauratoren, Archäologen und TGA-Planern. Als Anker einer ganzen Region wird die ehemalige Klosteranlage mit ihrem jüngsten Projekt verschiedenster Ansprüche gerecht. Die Wiederherstellung historischer Bausubstanz als Zeugnis der Geschichte, die öffentliche Präsentation und gesicherte Unterbringung von einzigartigem Kulturgut, die dauerhafte Nutzung eines Denkmals, die Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen,die Erhöhung der Attraktivität und Stärkung der Wirtschaftskraft können als Aufzählung der positiven Auswirkung der Baumaßnahme natürlich nicht abschließend sein.