Anerkennung für eine Initiative im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2017

Lübben STADT.RAUM.SPREE

Bild: Architekt
Verfasser: 
Prof. Dipl.-Ing. Heinz Nagler,
Dipl.-Ing. Christoph Dieck
NAGLER & PARTNER Architekten Stadtplaner, Cottbus
DEGAT Planungsgesellschaft mbH, Cottbus
Ingenieurbüro PROKON GmbH, Kolkwitz
Bauherr: 
Stadt Lübben (Spreewald)
Kommune: 
Stadt Lübben (Spreewald)

Die Altstadt von Lübben wurde Ende des zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört. Schon seit einigen Jahren kümmert sich Lübben sorgfältig um die Pflege der Morphologie seiner Altstadt, um die Flächen an der Paul Gerhardt Kirche und den Marktplatz und schafft so vielfältige Identität für Gäste und Bewohner. Insbesondere die vertrauensvolle Kontinuität der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtplaner/Architekt wurde bei diesem Beitrag als besondere Initiative gewürdigt. Leider zeigen die so entstandenen Neubauten – geplant
von anderen Verfassern – in der Altstadt nicht annähernd ähnliche Qualitäten. Hier wären zukünftig Wettbewerbsverfahren zur Stützung der guten Intentionen geraten.

Zum Baukulturpreis 2017 wurde von Lübben das (Teil)Projekt „westlicher Altstadtrand“ eingereicht. Durch den sensiblen Umgang mit Vorgefundenem entstand ein erkennbarer eigenständiger linearer Raum, der die Spree als Stadtkante sichtbar und erlebbar macht und in das Bewusstsein der Nutzer rückt. Wegebeziehungen zwischen der Altstadt und den angrenzenden Stadtteilen durch neu angelegte Brücken und Uferwege reparieren die städtischen Bezüge. Der Wiederaufbau eines Teils der Stadtmauer und die planerische Vorbereitung der angrenzenden Bauflächen zur angemessenen Wiederbebauung werden zukünftig auch den Stadteingang weiter räumlich klären. Gute Aufenthaltsqualität findet sich entlang der Spree durch angenehme Orte, wie den „Stadtbalkon“, die „Spreetreppe“ und das „Schleusenkino“. So nennen die Verfasser diese Elemente.

Die Jury spricht der Stadt Lübben für die langjährige, kontinuierliche Entwicklung ihre Anerkennung aus. Mit kleinen Interventionen und einem langen Atem entsteht Stück für Stück nach dem Verlust der Stadt ein neues, eigenes Stadtbild. Mit der Anerkennung soll der Stadt durchaus auch Mut gemacht werden: die hohen, eigenen Ansprüche an die Gestaltung sollten maßstabgebend sein für die Vergabe von städtebaulich wichtigen Grundstücken an private Investoren.