Anerkennung für eine Initiative 2017

Interimsneubau für ein Studentencafé

Bild: Architekt
Verfasser: 
Studierende der FB Kulturarbeit, Bauingenieurwesen, Architektur, Restaurierung und Design der Fachhochschule Potsdam
Dipl.-Ing. (FH) Michael Rosin
Bauherr: 
AStA/Hochschulleitung der FH Potsdam
Kommune: 
Landeshauptstadt Potsdam

Das Studentencafé der FH Potsdam wurde in Eigeninitiative durch Studierende der Fachbereiche Kulturarbeit, Bauingenieurwesen, Architektur, Restaurierung und Design entworfen, geplant und gebaut. Das Bauwerk dient als temporärer Ersatzbau für das auf dem Campus Kiepenheuerallee der FH Potsdam befindliche Studentencafé, das sogenannte Casino-Gebäude, welches in der Zeit von Frühjahr 2016 bis Herbst 2017 saniert wird. Um das studentische Leben auf dem Campus aufrechterhalten zu können, begann bereits im Vorfeld zu den Sanierungsarbeiten die Suche nach einer geeigneten Interimslösung, die schließlich in einem studentischen Projekt mündete. Der Aufbau und der Betrieb des Studentenclubs ist ein fachübergreifendes und interdisziplinäres Projekt, an dem insgesamt 50 Studierende von der Konzeption über die Planung bis zur baulichen Erstellung beteiligt waren. Das Casino-Gebäude prägt nicht nur das studentische Leben auf dem Campus, sondern ist auch ein wesentlicher Faktor für das kulturelle Leben auf dem Campus der Fachhochschule. Das temporäre Gebäude des Studentencafés wurde an zentraler Stelle auf dem Campus-Gelände errichtet. Es wirkt durch die präsente Lage wie ein Magnet für alle Fachbereiche und bleibt somit ein einmaliger Ort des Austausches. Das Engagement der Studierenden in der Vorbereitung, der Planung und Ausführung ist hervorzuheben. Bemerkenswert ist, dass die Studierenden der beteiligten Fachbereiche die Verantwortung für das Gesamtprojekt vom Entwurf über die Einwerbung von Sponsorengeldern bis zur Ausführung in Eigenregie übernahmen. Zudem war das Gesamtkonzept auf einen möglichst geringen Ressourcenverbrauch ausgelegt und wurde mit einem Budget von ca. 42.000 Euro errichtet.
Das Bauwerk verfügt über einen eingeschossigen Baukörper von 23,0 m Länge und 7,0 m Breite und orientiert sich mit der Langseite zum Campus der Fachhochschule. Ausrichtung, Grundrissdisposition des Gebäudes und die Öffnungen nach West nehmen den Bezug zum Campus auf. Eine Sitztreppe bildet den nördlichen Abschluss des Gebäudes. Die Tragstruktur wird durch 26 Holzrahmen gebildet, die im Gastraum paarweise angeordnet wurden. Die Abstände zwischen den Rahmenpaaren werden durch raumhohe Fenstertüren geschlossen. Die Holzrahmen wurden auf der Baustelle aus verschiedenen Holzquerschnitten durch die Studierenden vormontiert und auf zwei Streifenfundamenten gerichtet. Zwei Übersee-Container, steifen das hölzerne Tragwerk aus. Sie beinhalten Lager und Küchenbereich. Das Café bietet im Inneren Platz für etwa 20 Personen. Hervorzuheben ist der gestalterische Anspruch an das Gebäude sowie der Wille, diesen Bau in Eigenregie der Studierenden mit einem Micro- Budget zu realisieren.