Sonderpreis 2017

Innovation Center 2.0 Potsdam

Bild: Architekt
Verfasser: 
SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart
TOPOTEK 1. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin
Gruninger + Schrüfer Beratende Ingenieure GmbH, Wiesloch
Pit Plan GmbH, Heidelberg
Ruß Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Bauherr: 
SAP SE
Kommune: 
Landeshauptstadt Potsdam

Das abschließende Projekt der Bereisung zum Baukulturpreis nach einem grauen durchregneten Tag war das Gebäude der SAP – Hasso Plattner, direkt am Jungfernsee in Potsdam. Die erwartete Führung durch Frau Desiree Behrens, Strategische Assistentin für „Business Development“ der SCOPE Architekten, Stuttgart fiel aufgrund der Unerreichbarkeit Potsdams wegen Überflutung aus. Daher stand „nur“ der freundliche „Facility Manager“ zur Verfügung. Eigentlich keine besonders gute Voraussetzung für eine Nominierung?
Das Gebäude überzeugt jedoch auch ohne verbales architektonisches Geleit. Ein konzeptionelles Gebäude zum Thema Arbeitswelten und Büroarbeit zeigte sich. Kreatives Arbeiten an komplexen Aufgaben der Softwareschmiede erfordert hier flexiblen Arbeitsraum. Die Architektur dient der Konzeption zur kreativen Gruppenarbeit. Gruppengrößen variieren und ändern sich fortlaufend. Diverse Besprechungs- und Präsentationsräume, Teamräume und Arbeitszonen, aber auch Kaffeebar und Spielbereiche regen zur Kommunikation in stets veränderbaren Raumsituationen an.

Das Objekt ist ein allseits transparentes Gehäuse, gestapelte Geschosse mit doppellagigem Sonnenschutz, maßgeschneidert für junge IT-Talente. Für 160 Mitarbeiter auf vier Arbeitsetagen und ein technisches UG – purer Werkstattcharakter. Aber vom Feinsten. Sichtbeton, Nutzestrich am Boden, an der Decke wechseln Akustikbaffel mit gleich aussehenden Kühllamellen, alles sichtbar unter der Sichtbetonflachdecke, sauber detailliert geführt. Holzleisten, Glas, Sperrholz, beschriftbare hängende verschiebbare Raumteiler, klare Möblierung. Die Flachdecken werden von prägenden V-Stützen – von außen gestalterisch prägend – sichtbar hinter der Glasfassade und durch den zentralen Funktionskern getragen. In die Sichtbetonstützen mit hervorragender Oberflächenqualität sind Polsterungen für
Sitzelemente eingearbeitet. Ein Planungsteam von Architekten, Tragwerksplanern, HLSK-Planern, ELT-Planer, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt, Vermessung LEED Planung, Brandschutzplanung, SIGEKO Planung, Archäologie und Grafik haben zum baukulturell architektonischen Werk beigetragen und verdienen einen Sonderpreis zum Baukulturpreis 2017. Das Gebäude (Fernwärme) hat nach EnEV 2013 einen Jahreswärmebedarf von 0,82 kWh/m3 EBV, Primärenergie Wärme 60 kWh/m3, Energiebedarf Strom 42,1 kWh/m3; Primärenergie gesamt 121,36 kWh/m3 (Angabe SCOPE)