Brandenburgischer Baukulturpreis 2017

Evangelisches Gemeindehaus Finsterwalde

Bild: Architekt
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Jürgen Habermann, Finsterwalde
M.Sc. Clemens Habermann
M.Sc. Lukas Bartke
HABERMANN Architektur- und Ingenieurgesellschaft mbH
Bauherr: 
Evangelische Kirchengemeinde Trinitatis Finsterwalde
Kommune: 
Stadt Finsterwalde

Auf halbem Wege zwischen Dreifaltigkeitskirche und dem Schloss befindet sich das neogotische Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde in Finsterwalde. Ein 2004 im Garten des Pfarrhauses errichteter Gemeindesaal hat sich zu einem intensivgenutzten Ort entwickelt. Deshalb lag die Idee nahe, die neben dem Pfarrhaus bestehende Baulücke mit einem ergänzenden Gebäude zu schließen und der Gemeindearbeit damit eine eigene Adresse zu geben.

Der zweigeschossige Ziegelbau entwickelt seine Architektur über das Motiv eines in die Tiefe gezogenen Stufengiebels. Ein Foyer führt über Rampen und einen glasgedeckten Innenhof zum Gemeindesaal. Das Foyer weitet sich in das Erdgeschoss des neuen Gebäudes auf und wird von ergänzenden Räumen, die sich hinter großen Türen verbergen, begleitet. Hierzu gehört auch das Gemeindebüro, welches sich unmittelbarer dem Bürgersteig zuwendet und von der Straße aus einsehbar ist.Das Mezzanin beinhaltet ein Besprechungszimmer und das Archiv. Im Obergeschoss befinden sich kleine Kabinette und Raum für die Jugendarbeit. Ein weiteres Oberlicht unterstützt die räumlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Aufenthaltsbereichen.Das Gemeindehaus beruht auf einer konsequenten und ganzheitlichen entwurflich-konstruktiven Durcharbeitung. Durch die wohlproportionierten Räume, die reduzierte Materialität und das sorgfältige Fügen der Elemente erscheinen die Räume sakral und heiter zugleich. Der konsequente Einsatz des traditionell hergestellten Ziegels im RF-Format, Tür- und Möbeleinbauten in Rot geöltem Eichenholz sowie Beschläge aus Rotbronze führen im Zusammenhang mit den Böden aus Beton zu einer zeitlosen und gleichzeitig zeitgemäßen Raumwirkung.

Der Vorschlag des Bauherrn, die Architekten mit dem Initiativpreis des Baukulturpreises auszuzeichnen, lässt auf eine besonders gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten schließen und zeugt von dem hohen Maß an Baukultur, welches zum Entstehen dieses außergewöhnlichen Ortes beigetragen hat.