Nominierung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2013

Werkhaus Schütze

Werkhaus Schütze
Werkhaus Schütze
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Thomas Kröger, Berlin
Thomas Kröger Architekt
Bauherr: 
Gerhard Schütze
Kommune: 
Gemeinde Gerswalde

Das ursprünglich im Jahre 1987 als Schlosserei und Schmiede errichtete Gebäude wurde für einen Tischler umgebaut. Das überformte Bauwerk ist in 3 Teile gegliedert: Werkstatt, Wirtschaft und Wohnen, wobei der Mittelteil komplett neu errichtet wurde, um als 2-geschossiges Bauwerk zwischen der großen Werkhalle und des eingeschossigen Wohnbereichs zu vermitteln. Hierfür wurde eine neue Holzkonstruktion vom Bauherrn selbst errichtet, die in Anlehnung an den einfachen Nagelbrettbindern der bestehenden Dächer als Brettbinder aus heimischem Kiefernholz gefertigt ist. Die filigranen, unsymmetrisch abgewinkelten Rahmenbinder dienen als raumbildende Elemente im zentralen „Showroom“. Die neue Haut aus gelochtem Wellblech zieht sich über Dach und Außenwände aller Bauteile. Die Giebelseiten sind im Kontrast dazu mit einer unbesäumten Stülpschalung verkleidet.

Die Überformung des recht einfachen Werkhofs überzeugt in vieler Hinsicht. Durch die minimalistische Fassaden- und Dachgestaltung, mit ihrer ungewöhnlichen Werkstoffmischung, wird aus der heterogenen Zusammenstellung aus Bestand und Neubau, Werkstatt, Wohnen und Repräsentationsbereiche eine Einheit gebildet. Die einfache, sanft abgerundete Form fügt sich angemessen in die flache Hügellandschaft der Uckermark ein. Der neue Mitteltrakt schafft es, die beiden anderen Bauteile wie selbstverständlich zu verbinden und dabei räumliche Komplexität und Spannung zu erzeugen. Der gelungene Einsatz von recht einfachen Materialien und Mitteln im Dialog zwischen Architektur und Konstruktion wird vom Preisgericht gewürdigt.