Brandenburgischer Baukulturpreis 2011 - Kategorie Neubau Sozial- und Gewerbebau

Leibnizhaus

Leibnizhaus
Leibnizhaus
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Stefan Tebroke
Dipl.-Ing. Bruno Vennes, Berlin BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH
Bauherr: 
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
Kommune: 
Potsdam

Es kommt vor, dass man sich als Architekt vor der Aufgabe sieht, ein Gebäude einerseits so zu entwerfen, dass es sich in einem sensiblen vorhandenen baulichen und landschaftlichen Umgebung nicht optisch in den Vordergrund drängt, andererseits aber auch einen berechtigten Anspruch auf eigene bauliche Präsenz und Ausdruck erfüllen kann.

Dieser Fall lag beim Gebäude des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam vor. Die genannten widersprüchlichen Anforderungen werden erfüllt, in dem der Baukörper so entworfen ist, dass seine tatsächlich vorhandene beträchtliche Baumasse vom Betrachter nicht wahrnehmbar ist und er die umliegenden Bauten nicht „bedrängt“, und andererseits eine spannungsreiche äußere Form ohne „Fronten“ entsteht.

Durch diese äußere Grundrissform entstehen im Innern des Gebäudes spannungsvolle Raumsituationen immer dort, wo sich der äußere Ring der Räume mit der orthogonalen Raumstruktur des zentralen Kernbereichs trifft, und wo die Kommunikationszonen liegen. Die zenitale Ausleuchtung dieser Bereiche und diagonale Blickbeziehungen im Innern eröffnen zudem eine überraschende räumliche Vielfalt und vertikale Ausdehnung, die die horizontale Linearität der äußeren Erscheinung zunächst nicht erwarten lässt.

Diese Verbindung von Klarheit und Zurückhaltung bei gleichzeitiger Ausdrucksstärke und Eleganz sind Grund genug, das neue Gebäude des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam mit einem Brandenburgischen Baukulturpreis auszuzeichnen.