Förderpreis in Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2009

Arbeit Nr. F8, Neues Kunstarchiv Beeskow Entwurfsprojekt – Bachelorarbeit

Arbeit Nr. F8, Neues Kunstarchiv Beeskow Entwurfsprojekt – Bachelorarbeit
Arbeit Nr. F8, Neues Kunstarchiv Beeskow Entwurfsprojekt – Bachelorarbeit
Verfasser: 
Christina Eschenburg
Diana Haring
Hochschule: 
BTU Cottbus

Thema dieses Projektes war der Entwurf eines neuen Kunstarchivs in der Brandenburgischen Kreisstadt Beeskow. Dort werden zurzeit in unmittelbarer Nähe der mittelalterlichen Burg unter konservatorisch ungeeigneten Bedingungen über 23.000 Kunstwerke aus dem Besitz der ehemaligen Parteien, Massenorganisationen und des Kulturfonds der DDR archiviert. Auch soll die in Berlin ansässige Artothek der Sozialen Künstlerförderung mit etwa 15.000 Exponaten mittelfristig nach Beeskow verlagert und mit dem Kunstarchiv organisatorisch und räumlich zusammengeführt werden. Aus diesem Grund besteht in Beeskow der Wunsch nach einem Konzept für ein neues Kunstarchiv, in dem die sowohl historisch als auch kunstgeschichtlich wertvollen Objekte angemessen archiviert und in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Das in der Aufgabe formulierte umfangreiche Raumprogramm mit insgesamt fast 2.400 qm Nettonutzfläche orientiert sich sehr genau am konkreten Raumbedarf des Kunstarchivs. Dieses sieht neben großen Archivflächen auch Ausstellungsflächen,
Gastronomie, eine Bibliothek und Studienräume vor: Der vorgesehene Bauplatz für das neue Kunstarchiv liegt am östlichen Rand der Beeskower Burg. Christina Eschenburg und Diana Haring konzipieren für die ehemalige Vierflügelanlage der Burg Beeskow einen zweigeteilten Baukörper, der sich bewusst auf die durch den Burgfried vorbestimmte Achse bezieht. Mit äußerster Selbstverständlichkeit wird die baukörperliche Disposition aus diesem Prinzip einer zweiteiligen städtebaulichen Figur abgeleitet und durch eine neu hinzugefügte Wegebeziehung zwischen Burghof und Spreeufer konturiert und überhöht. Dieser Weg trennt beide Gebäudehälften in den kürzeren, nördlichen Archivteil und den öffentlichen Cafe- und Ausstellungsbereich, der buchstäblich über den denkmalgeschützten Grundmauern des ehemaligen Brauereigebäudes errichtet wird. Die erhaltenen Mauerreste werden wasserseitig in dem über die Grundstücksgrenze hinausgeschobenen Cafe- und Ausstellungsbaukörper wie in einer Vitrine ausgestellt und tragen als sichtbare, in das Gebäude integrierte, Relikte zur innenräumlichen und
atmosphärischen Aufwertung des neuen Baukörpers bei. Darüber erhebt sich ein klar konturierter Ausstellungsraum, in den ein Skulpturengarten eingeschnitten ist. Der Entwurf kann als herausragendes, zukunftsweisendes Beispiel dafür dienen, dass die ernsthafte und sensible Auseinandersetzung mit vorhandenen Relikten sowie die Konzentration auf wenige, aber umso präziser gesetzte, räumliche Qualitäten, eine unglaubliche Prägnanz entfalten kann. Auszug aus der Empfehlung des Lehrstuhls Entwerfen, Verkehrsbauten und Arbeitsstätten der BTU Cottbus