Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis 2009 Kategorie Städtebau, Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur

Landmarke Lausitzer Seenland

Landmarke Lausitzer Seenland
Landmarke Lausitzer Seenland
Verfasser: 
Stefan Giers
Susanne Gabriel, München Architektur & Landschaft
Bauherr: 
Stadt Senftenberg
Kommune: 
Senftenberg

Die tiefen Krater und ausgedehnten Brachen in der Landschaft des ehemaligen Lausitzer Braunkohlereviers sind die Folge eines jahrzehntelangen Raubbaus an der Natur. Mit dem Ende des Tagebaus werden die ehemaligen Abbaustätten nach und nach in Europas größte künstliche Seenlandschaft verwandelt, das sogenannte Lausitzer Seenland. Ein Turm symbolisiert als Landmarke diesen Wandel von der Industrielandschaft zum Naherholungsgebiet mit grünen Ufern und idyllischen Seen. Auf dreieckigem Grundriss hat er zwei Seiten: zum See hin ist er geschlossen, so dass er bis in große Entfernungen als rauer monolithischer Block sichtbar ist. Zur Landseite ist der Block geöffnet und durch die verschränkten Treppenläufe zu einer ausdrucksstarken Skulptur geformt. Konstruiert ist der Turm wie ein Schiff. Er besteht aus 6 mm dicken Blechen, die wie im Schiffsbau
durch innen liegende Rippen ausgesteift und verbunden sind. Alle Stahlbleche sind nicht nur formbildende, sondern gleichzeitig auch statisch wirksame Konstruktionselemente. Der Turm besteht aus wetterfestem Cortenstahl, der mit der Zeit eine Patina aus Rost ansetzt. Daher wird der Turm wie die umgebende Seenlandschaft im Lauf der Jahre seine Erscheinung verändern. Die Landmarke Lausitzer Seenland ist als intelligent konstruiertes und skulptural gestaltetes Bauwerk ein starkes Symbol für den Wandel unserer Landschaft und Industrie.