Brandenburgischer Baukulturpreis 2009 - Kategorie Städtebau, Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur

Uferpromenade Rheinsberg

Uferpromenade Rheinsberg
Uferpromenade Rheinsberg
Verfasser: 
Markus Thelen, Netzeband
BW & P Landschaftsarchitekten
Bauherr: 
Stadt Rheinsberg
Kommune: 
Rheinsberg

Mit der Neugestaltung der 410 Meter langen Uferpromenade, zwischen dem Strandbad und dem Schloss, entlang des Grienericksees ist es gelungen, einen besonderen Ort wieder zu gewinnen und die Stadt Rheinsberg wieder zum See hin zu entwickeln. Dies gelang mit vermeintlich „einfachen Mitteln“. Doch näher betrachtet stellt sich heraus, dass es gerade diese vermeintlich „einfachen Mittel“ sind, die dieses Projekt auszeichnen. Die konsequente funktionale Aufteilung, die Einbindung, Umgestaltung und Weiterentwicklung vorhandener Nutzungen im Bereich der Promenade sowie die funktionale und gestalterische Trennung von öffentlichen und privaten Räumen zeichnen die Qualitäten der Promenade aus. Hinzu kommt ein schlüssiges und dem Ort angemessenes Materialkonzept, was durchgängig umgesetzt werden konnte. Die gewählten Materialien fügen sich harmonisch zu einem Gesamtbild zusammen und korrespondieren mit dem Charakter der Seenlandschaft. Auch bei der notwendigen, um allen Nutzungsanforderungen gerecht werden zu können, Landgewinnung hat man mit „einfachen Mitteln“ das Bestmögliche erreicht. Anstatt, wie sonst üblich, mit aufwendigen Verspundungen und Verblendungen zu arbeiten, errichtete man die notwendige Stützwand zum See aus Gabionenkörben und versah diese mit einer Holzauflage inklusive einem Schrammbord zum Wasser hin. Ein „hölzerner Belag“ auf der Promenade markiert den Übergang von Land und Wasser. Vom Wasser aus betrachtet wirkt die Promenade aufgrund dieses Gestaltungselementes einladend maritim. Gerade zu spielerisch gelingen mit diesem Gestaltungselement die Übergänge zu den hölzernen Stegen und Bootshäusern. Ein positiver Effekt der Gabionen ist, dass im Gegensatz zu den herkömmlichen Bauweisen, der ökologische Eingriff in Grenzen gehalten wurde. Inwieweit es positive ökologische Effekte aufgrund dieser Bauweise zu erwarten gibt, bleibt erst einmal abzuwarten. Sie sind aber nicht grundsätzlich auszuschließen.