Brandenburgischer Baukulturpreis 2009 - Kategorie Neubau

Universität Potsdam, Institut für Physik und Astronomie

Universität Potsdam, Institut für Physik und Astronomie
Universität Potsdam, Institut für Physik und Astronomie
Verfasser: 
Jürgen Böge, Hamburg Böge Lindner Architekten
Bauherr: 
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Kommune: 
Potsdam

Der Neubau des Institutsgebäudes für Physik und Astronomie besticht mit seiner rigorosen Konsequenz. Dabei wird die „einfache Kiste“ egalisierend umhüllt, jedoch mit einer Schicht schimmernden Metalls, das Anstoß erregt – Anstoß hinsichtlich der Materialwahl an diesem Ort und Anstoß für Fragen des Inhaltes. Die materiell reduzierte bergende Hülle des Gebäudes erlaubt mit wandelnder Plastik zu Verschattungs- und Lichteinlasszwecken einen Blick auf das Innere – geöffnet wird das kubische Gebäude allerdings gezielt an der Querungsachse des Universitätscampus. Hier wird die funktionale Anbindung der Institutsräume in breiter Front als abstrahierte Arkade offeriert. Großzügige Foyers mit einladenden Treppen wirken gleichermaßen ansprechend für Besucher und stete Nutzer des Gebäudes, wobei Letztere einen Orientierungsvorteil für die leicht irritierende scheinbare Spiegelbildlichkeit haben dürften. Die Ausstattung der Räumlichkeiten mit überraschend großmaßstäblichen Leuchten und der durchgehenden „nationalen Farbwahl“ auf korrespondierenden Materialien überzeugt. Besondere Qualitäten werden neben einer scheinbar selbstverständlichen Funktionalität komplexer Inhalte in der sorgsamen natürlichen Belichtung gesehen: einerseits klassisch mit dem Innenhof des Hauses – für den aus Sicht der Jury die Anbindung an die „Arkade“ ohne goldene Kuben eine belebende Wirkung gehabt hätte – und andererseits und im Speziellen durch die verspringenden Lichtschächte für große Raumtiefen, die geschickt und effektvoll das Tageslicht kanalisieren.