Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Architekturpreis 2007 für beispielhafte Lösungen für das Bauen im Bestand

Haus Ihlow in Ihlow

Haus Ihlow in Ihlow
Haus Ihlow in Ihlow
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Eike Roswag, Architekt, ZRS Architekten und Ingenieure, Berlin
Bauherr: 
Dunja und Matthias Hain
Kommune: 
Gemeinde Oberbarnim, Ortsteil Ihlow

Mit einer Anerkennung würdigt die Jury bei dem Haus der Familie Hain in Ihlow die spannungsvolle Auseinandersetzung zwischen der historischen Feldsteinscheune und dem angeschobenen Neubau des Wohnhauses. Die Feldsteinscheune blieb in ihrer Substanz erhalten und wurde repariert. Sie dient als nicht geheizte Spielstätte für die Kinder und Erwachsenen. Bei dem Wohnhaus setzten sich die Architekten mit den in Brandenburg seit Jahrhunderten gebräuchlichen Materialien Lehm und Holz auseinander. Die Wände des Wohnhauses wurden in Stampflehm als tragende Elemente errichtet. Auf diesen liegt eine Brettstapeldecke. Wände und Decke dominieren in ihrer konstruktiven Oberfläche die Gestalt der Räume im Erdgeschoss. Durch einen Kalkputz erhielt das Gebäude ein traditionelles äußeres Erscheinungsbild. Der Dämmwert der Außenwände wurde durch Hanf als nachwachsenden Rohstoff erhöht. Der Neubau wurde als Niedrigenergiehaus konzipiert, bei dem mit Sonnenenergie der Warmwasserbedarf gedeckt wird. Als ergänzende Heizmöglichkeit ist ein Kamin im Wohnraum installiert. Der Verbrauch an Frischwasser wird bei dem Gebäude durch die Verwendung von Regenwasser als Brauchwasser (Toilettenspülung, Waschmaschine) gesenkt. Damit stellt das Gebäude eine Verbindung von Alt- und Neubau, von historischen Materialien und modernen Techniken, von Tradition und zeitgemäßer Innovation dar.