Brandenburgischer Architekturpreis 2007 für beispielhafte Lösungen für das Bauen im Bestand

Ehem. Bundesschule des ADGB in Bernau, Denkmalgerechte Instandsetzung und Umbau

Ehem. Bundesschule des ADGB in Bernau, Denkmalgerechte Instandsetzung und Umbau
Ehem. Bundesschule des ADGB in Bernau, Denkmalgerechte Instandsetzung und Umbau
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Winfried Brenne
Dipl.-Ing. Franz Jaschke, BRENNE Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Bauherr: 
HWK, Handwerkskammer Berlin
Kommune: 
Stadt Bernau bei Berlin

Mit dem Preis würdigt die Jury eine außergewöhnliche Leistung der Sanierung eines hochrangigen Denkmals im Land Brandenburg. Der Architekt Winfried Brenne befreite das nach Plänen von Hannes Meyer und Hans
Wittwer in den Jahren 1928-1930 entstandene Gebäude der ehem. Bundesschule des ADGB von den späteren, rein pragmatischen Veränderungen. Dabei brachte er die vorhandene bauzeitliche Substanz wieder zum Vorschein und sanierte sie in akribischer Art und Weise. Bei den funktionell notwendigen Eingriffen in das Eingangsbauwerk
von Georg Waterstrat aus den Jahren nach 1950 respektierte er diesen Bau. Seine Veränderungen führte er in einer an Meyer und Wittwer angelehnten und dennoch eigenständigen Gestaltung aus. Mit der Rekonstruktion des Wintergartens zeigte Herr Brenne, dass er nicht nur mit der Formensprache des Ursprungsbaus umzugehen versteht, sondern auch dass es möglich ist, diese Gestaltqualität auch heute noch zu erreichen. Herauszuheben sind die Rückgewinnung des langen Glasgangs als Rückrat der Gesamtanlage, die Freilegung der Turnhalle mit ihrer Außengalerie, die Wiedergewinnung der Farbgebung in den Internatshäusern sowie die Restaurierung der
lichtdurchfluteten Mensa. Als beispielhaft betrachtet die Jury diese Leistung einerseits, weil hier ein herausragendes Denkmal für eine zukunftsfähige Nutzung gewonnen wurde. Andererseits kann die sorgsame Beobachtung und Behandlung der denkmalwerten Substanz als Maßstab für den Umgang mit historischen Bauten
betrachtet werden. Die verschiedenen Zeitschichten des Gebäudes sind präpariert und zu einer überzeugenden Gesamtheit gefügt, wobei der Respekt des Architekten vor der Gestaltkraft des Ursprungsbaus deutlich spürbar ist.