Brandenburgischer Architekturpreis 2007 für zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten

Land- und Amtsgericht Frankfurt (Oder)

Land- und Amtsgericht Frankfurt (Oder)
Land- und Amtsgericht Frankfurt (Oder)
Verfasser: 
Dipl.-Ing. M. Arch. Georg Bumiller
Dipl.-Ing. Detlef Junkers, Bumiller & Junkers Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Bauherr: 
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, Niederlassung Frankfurt (Oder)
Kommune: 
Stadt Frankfurt (Oder)

Das Gebäude für das Land- und Amtsgericht Frankfurt (Oder) wird mit dem Brandenburgischen Architekturpreis 2007 ausgezeichnet, weil es städtebaulich eingegliedert und doch eigenständig, gleichzeitig bautechnisch innovativ ist und vor allem, weil es gelungen ist, hohe räumliche Qualitäten in der Annäherung an das Gebäude und in seinem Innern zu erzeugen. Während die städtebauliche Einpassung ein sensibles Denken im Ensemble und über das Gebäude hinaus beweist, zeigt die bautechnische Innovation, vor allem in Bezug auf die Außenhülle des Bauwerks, auch eine anerkennenswerte Haltung der Bauherrenschaft. Die räumliche und plastische, also im eigentlichen Sinne baukünstlerische Ausgestaltung des Gebäudes zeigt dagegen in eindrucksvoller Weise, dass geometrische Strenge nicht zwangsläufig zu formaler Starre und Monu-mentalität führt, sondern dass sie, trotz aller Klarheit in der Strukturierung, zur Erzeugung räumlicher Qualitäten genutzt werden können, deren vielfältiges
Erleben die Spannung zu übertönen vermag, die von der Funktion her von einem Gerichtsgebäude ausgehen kann, während gleichzeitig der nötige Aus-druck von Durchsetzung und Sicherheit erhalten bleibt. Licht-, Wege- und Linienführung in den öffentlichen Raumbereichen, Brechung von Axialitäten und überraschende Raumbeziehungen sind in diesem Sinne in überzeugender Weise eingesetzt. Das neue Haus des Land- und Amtsgerichts in Frankfurt (Oder) setzt eine über Zeit und Raum gültige Marke in Bezug auf den möglichen baukünstlerischen Gehalt öffentlicher Gebäude.