Förderpreis 2005 für junge Architekten

Umbau eines ehemaligen Brauereilagers in ein Jugendfreizeit- und Kulturzentrum JFZ-Neuruppin e. V.

Umbau eines ehemaligen Brauereilagers in ein Jugendfreizeit- und Kulturzentrum JFZ-Neuruppin e. V.
Umbau eines ehemaligen Brauereilagers in ein Jugendfreizeit- und Kulturzentrum JFZ-Neuruppin e. V.
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Johannes Sollich
Dipl.-Ing. Anna Weichsel, Berlin
Bauherr: 
JFZ-Neuruppin e. V.
Stadt Neuruppin
Kommune: 
Stadt Neuruppin

Alte funktionslos gewordene Bausubstanz zieht immer wieder junge Leute an. Die Inbesitznahme dauert oft nicht lange. Anders in der Fontanestadt Neuruppin: Eine in Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels aufgegebene innerstädtische Brauer-Niederlassung beherbergt jetzt dauerhaft ein Jugendfreizeit- und Kulturzentrum. Die frühere Lagerhalle wurde zum Veranstaltungssaal für Live-Musik oder Kino mit Bar, Cafe und Räumen für vielfältige weitere "coole" Aktivitäten. Unter der Hofüberdachung vor der ehemaligen Laderampe reparieren Auszubildende Kraftfahrzeuge oder finden Live-Veranstaltungen statt. Aus dem im denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltergebäude eingerichteten Internetcafé wird im Web gesurft und mit der Welt gechattet. Die jungen Architekten haben es gut verstanden, den sich über etwa zehn Jahre und mehrere Bauabschnitte hinziehenden Umnutzungsprozess aus einem Provisorium heraus im Dialog mit den altersgemäß wechselnden jugendlichen neuen Nutzern zu gestalten. Nach zeitgemäßen Ergänzungen sind zweckmäßige Räume entstanden, die sich einerseits streng an den differenzierten Bedürfnissen und Wünschen der Jugendlichen orientieren. Sie lassen in der Stadt Aktivitäten und Gestaltungswünsche zu, für die im häuslichen oder schulischen Umfeld oft der Raum fehlt. Andererseits sind zentrale Elemente der übernommenen alten Substanz nicht nur bewahrt worden. Teile wurden - wie eine Dachkonstruktion - zu neuen Charakter gebenden Gestaltungselementen bestimmt. Die frühere Nutzung bleibt ablesbar. Hinzu kommt, dass es den Architekten gelang, die wechselnden jungen Leute über Jahre hinweg zur persönlichen Beteiligung durch Beteiligung an der Planung sowie durch Eigenleistungen am Baugeschehen zu bewegen. Dies hat dazu beigetragen, bei diesen Mitverantwortung für das Gemeinsame zu wecken.

All dies hat die Jury überzeugt, die Arbeit mit dem Förderpreis 2005 für junge Architekten auszuzeichnen.