Brandenburgischer Architekturpreis 2005 für Zwischennutzungen

Revitalisierung Kloster Marienstern - Rekonstruktion Refektorium in Mühlberg/Elbe

Revitalisierung Kloster Marienstern - Rekonstruktion Refektorium in Mühlberg/Elbe
Revitalisierung Kloster Marienstern - Rekonstruktion Refektorium in Mühlberg/Elbe
Verfasser: 
Dr.-Ing. Michael Dähne, Dresden
Bauherr: 
Stadt Mühlberg/Elbe
Kommune: 
Stadt Mühlberg/Elbe

Mit dem Preis würdigt die Jury die Sicherung und Ergänzung des ursprünglichen Refektoriums des ehemaligen Zisterzienserinnen-klosters Marienstern in Mühlberg, Landkreis Elbe-Elster.

Zur Vorgeschichte muss man wissen, dass das Refektorium seit der Auflösung des Klosters den unterschiedlichsten Nutzungen unterlag und seit einem Brand 1990 als ungesicherte Ruine existierte. Nach vielfältigen Bemühungen zur Rettung des Baus, erfolgte ab 2000 die dringend notwendige statische Sicherung des Mauerwerks sowie die Neuaufführung des Daches.

Da das Refektorium einen Teil der mittelalterlichen Klausur darstellt, erfolgten am Gebäude umfangreiche bauhistorische und archäologische Untersuchungen. Nachdem eine umfassendere Nutzung und ein damit verbundenes Sanierungskonzept gescheitert ist, wurde entschieden, dass das Refektorium als Hülle unter Einbeziehung der historischen Spuren am Gebäude für eine öffentliche Nutzung wie Konzerte, Vorträge und sonstige Veranstaltungen hergestellt wird. Die Neuerrichtung eines Daches in zeitgenössischer Gestaltung wurde dem historischen Bestand entgegengesetzt. Als einziger moderner Einbau wurde die notwendige Queraussteifung in den Raum eingestellt. Es entstand ein Raum mit einer überzeugenden Gesamterscheinung.

Die Jury würdigt die Leistung des Architekten in der Kategorie "Zwischennutzungen", weil durch den Neuaufbau des Daches und die statische Sicherung einerseits eine jahreszeitlich eingeschränkte Nutzung des Großraumes möglich ist und andererseits die Option offen gehalten ist, zu einem späteren Zeitpunkt andere Nutzungsideen umzusetzen. Der heutige Zustand stellt jedoch eine überzeugende architektonische Leistung dar. Die bauarchäologischen Befunde werden als Teil des Bauwerks präsentiert und mit dem Dach sowie dem Einbau zur statischen Sicherung mit modernen Formen konfrontiert.