Brandenburgischer Architekturpreis 2005 für das Denkmal im Stadtumbau

Sanierung eines Ackerbürgerhauses in Wusterhausen/Dosse

Sanierung eines Ackerbürgerhauses in Wusterhausen/Dosse
Sanierung eines Ackerbürgerhauses in Wusterhausen/Dosse
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Peter Köster, Rheinsberg
Bauherr: 
Dr. Christiane Schael, Dr. Claus-Peter Schael
Kommune: 
Gemeinde Wusterhausen/Dosse

Die sensible, gestalterisch und funktional hervorragende Sanierung eines Fachwerkhauses aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts an der südöstlichen Stadtmauer des historischen Stadtkerns von Wusterhausen sowie der nach den individuellen Nutzungsansprüchen der Bauherren gestaltete moderne Anbau/Umbau einer Remise im Mauerwerksbau überzeugen wegen des komplexen Konzeptes in allen Beurteilungs-kriterien der Wettbewerbsauslobung:

Das Eckgebäude, eine ehemalige Bäckerei mit Laden und Backstube an einer Nebenstraßenkreuzung gibt Denkanstöße für die zeitgemäße Umnutzung der Eckgebäudefamilien in der Nachbarschaft. Der vorgegebene schwierige Parzellenzuschnitt wird mit einem attraktiven Innenhof ökologisch (offener Regenwassersammler) und freiraumgestalterisch aufgewertet. Man wünschte sich eine entsprechende Nachahmung dieses Vorbildes.

Die ästhetisch bemerkenswerte Collage von Altem und Neuem, das heißt die selbstbewusste, ablesbare Addition des nach Fassadengestaltung und Nutzung modernen Anbaus an das denkmalgeschützte Fachwerkhaus beweisen auch in der Grundrissorganisation, beim Innenausbau, bei der Materialwahl und mit einer hinreißenden Farbgebung die hohe architektonische Qualität des Projekts. Hervorzuheben ist das Strategiekonzept der Bauherren aus Berlin und ihr bürgerschaftliches Engagement im Kulturverein von Wusterhausen mit dem Ziel, das Haus der Großeltern in seiner historischen Nutzungsmischung mit Bäckerladen und Stube im Erdgeschoss des Vorderhauses der Öffentlichkeit als Erinnerungsort zugänglich zu machen und zugleich im modernen Anbau eine neue Nutzungsmischung zu leben mit einer Galerie für zeitgenössische Kunst.

Das Projekt ist zugleich ein Anschauungsbeispiel, wie aus einem Wochenend- und Ferienwohnsitz über die Zeit ein Alterswohnsitz in vertrauter nachbarschaftlicher Umgebung werden könnte.

Hinweis: Das Projekt wurde mit Städtebaufördermitteln und Mitteln der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz gefördert.