Anerkennung im Rahmen der Auszeichnung mit dem Brandenburgischen Architekturpreis 2003 für das städtebauliche Denkmalensemble, das über das Einzelmonument hinausblickt

Haus Schulze Buschoff, Paretz

Haus Schulze Buschoff, Paretz
Haus Schulze Buschoff, Paretz
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Johannes Modersohn
Dipl.-Ing. Antje Freiesleben, Berlin
Dipl.-Ing. Tobias Zepter, Berlin
Bauherr: 
Stefanie Schulze-Buschoff
Kommune: 
Gemeinde Ketzin, Ortsteil Paretz

Der Neubau eines Atelier- und Wohnhauses wurde innerhalb der Grenzen des Denkmalbereiches Paretz realisiert. Dieses nach Plänen von David Gilly kurz vor 1800 errichtet Dorf-, Garten- und Schlossensemble wurde trotz vieler jüngerer Veränderungen als erster Denkmalbereich 1992 nach dem Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz in die Denkmalliste eingetragen. Innerhalb der Bereichsgrenzen befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Bebauung von 1800 eine in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet Holzscheune, die innerhalb der
historischen Dorflage einen Bestandsschutz genoss und für die Errichtung des Neubaus für das Atelier- und Wohnhaus die entscheidenden Prämissen darstellte: Der Neubau hatte die Kubatur, die hölzerne Außenverkleidung und die Scheunentore zu übernehmen. Mit einer Tordurchfahrt wurde einerseits eine historische Reminiszenz an die Scheune realisiert, andererseits verbindet die Durchfahrt als überdachter Freiraum das Atelier mit dem Wohnbau. Beide stehen als getrennte Baukörper unter dem großen Scheunendach. Die in der Längsachse des Wohnbaus angeordnete, einläufige Treppe verbindet das großzügig gestaltete Erdgeschoss, in dem die
Lebensbereiche offen ineinander übergehen mit dem Obergeschoss. Dort sind die Schlafräume über Galerien erschlossen. Die Jury würdigt an diesem Gebäude, dass es den Entwurfsverfassern gelungen ist, die durch den Denkmalbereich definierten Prämissen in eine zeitgenössische Architektursprache zu übersetzen. Die denkmalpflegerischen Prämissen sind von den Architekten nicht als Korsett betrachtet worden, sondern haben sie zu einer klaren Formensprache angeregt.