Brandenburgischer Architekturpreis 2003 für die Umnutzung baulicher Denkmale zur Wohn- bzw. gewerblichen Nutzung

Umbau und Sanierung der Psychiatrischen Landesklinik in Eberswalde

Umbau und Sanierung der Psychiatrischen Landesklinik in Eberswalde
Umbau und Sanierung der Psychiatrischen Landesklinik in Eberswalde
Verfasser: 
Dipl.-Ing. Herbert Serr, Berlin
Bauherr: 
Land Brandenburg, vertreten durch das Liegenschafts- und bauamt Bernau
Kommune: 
Stadt Eberswalde

In ihrer Entstehungszeit war die Landesklinik unter gebäudetypologischen Gesichtspunkten eine der fortschrittlichen Gebäudeanlagen. Die extrem langen Wege der offenen Hofanlagen und der vertikal organisierten Einzelhäuser sind heute unter funktionalen Gesichtspunkten nicht mehr tragbar. Eine Neuordnung des internen Wegenetzes ist somit für die Folgenutzung der Anlage eine unabdingbare Voraussetzung. Die Jury lobt deshalb ausdrücklich die ergänzenden Verkehrswege, obwohl sie die ursprüngliche, räumliche Konzeption - speziell im Innenbereich - verändern. Die vom Entwurfsverfasser gewählten Verbindungsbrücken ermöglichen eine uneingeschränkte Nutzung der Außenanlagen. Die transparenten Brückenelemente vermitteln dem Betrachter mit ihrer unspektakulären Materialwahl und Farbgebung die Notwendigkeit der baulichen Veränderung. Dies gilt auch für die baulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation, wie das Öffnen von Brüstungen in der Eingangshalle oder die zurückhaltende Kennzeichnung der Veränderungen in den Wandflächen - durch Putzflächen oder die Verwendung horizontaler Stürze. Als architektonische Bereicherung wertet die Jury die Personalkantine im Dach des Küchentraktes. Durch das Freistellen der Mantelkamine entsteht ein unverwechselbarer Ort. Die Sorgfalt, mit der die Originalität der Farbfassung rekonstruiert wurde, zeugt nicht nur von dem konsequenten Zusammenwirken von Architekt und Denkmalpfleger sondern auch vom handwerklichen Können der ausführenden Maler. Den beteiligten Planern ist es gelungen, die originale denkmalgeschützte Architektur durch ergänzende bauliche Maßnahmen zu überhöhen. Die architektonischen Eingriffe dienen sichtbar dem Schutz des Denkmals.