Preis für die kreative Umnutzung eines denkmalbewusst erhaltenen Gebäudes

Umbau einer Remise zu einem Internet-Café, Jacobstraße 12, Brandenburg a. d. Havel

Verfasser: 
Dr.-Ing. Hans-Joachim Krekeler
Björn Fliege
Bauherr: 
Alfred-Flakowski-Stiftung Brandenburg a. d. Havel

Die Entscheidung wurde 1999 getroffen: Eine baufällige Remise auf dem Grundstück Jacobstr.12 in Brandenburg an der Havel, dessen Vorderhaus als "Haus der Begegnung" zu Aktivitäten und Veranstaltungen für Senioren genutzt wurde, sollte zu einem Internet-Café für Jugendliche umgebaut werden. Die "Alfred-Flakowski-Stiftung" und die Volkssolidarität" nahmen als Betreiber damit ein überschaubares, aber ehrgeiziges Vorhaben in Angriff, das durch das Architekturbüro Dr. -Ing. Hans-Joachim Krekeler mit großer Klarheit und Einfachheit umgesetzt wurde. Tritt man durch das Vorderhaus in den Hof, lädt die bescheiden repräsentative Giebelfassade der Remise, die in ihrer historischen Ausgestaltung erhalten wurde und deren neue Zweckbestimmung durch ein künstlerisches "@" gekennzeichnet wird, dazu ein, auf spielerische Art den Umgang mit der modernen Kommunikationstechnologie zu üben. Das Gebäude, dessen Gebäudehülle insgesamt weit gehend erhalten und saniert wurde, umschließt einen 60 qm großen, offenen Innenraum, der durch zwei in Längsrichtung verlaufende Wandscheiben und eine Galerie gegliedert wird. Der durch ein bodenintegriertes Kanalsystem für die Medienversorgung flexibel nutzbare Raum bietet PC-Arbeitsmöglichkeiten an 8 Plätzen. Von der Toilette bis hin zu einem PC-Platz wurde auf durchgehend behindertengerechte Ausführung Wert gelegt. Die Materialwahl ist durch Sichtbeton, in Leichtbauweise ausgeführte
Trennwände, der eingefärbt und geschliffen wurde, sowie durch den Einsatz von Stahl und Glas geprägt. Die im oberen Geschoss befindliche Galerie durchstößt die rückwärtige Außenwand: Der dadurch entstehende, in voller Höhe verglaste Erker beherrscht nicht nur die rückwärtige Fassade, sondern gibt auch einen Blick frei in den im hinteren Teil des Grundstücks neu angelegten Garten und ermöglicht die natürliche Belichtung des Internet-Cafés. Diese Verbindung von Alt und Neu macht den eigentlichen Reiz des Projektes aus. Am 19. Januar dieses Jahres wurde dieser Ort für die Jugend, der vielleicht auch einer für die Begegnung mit den Senioren wird, eröffnet. Die "Remise" wird sicher Heimstatt einer technisch-interessierten Nutzergemeinde werden. Die Anerkennung anlässlich der Verleihung des Brandenburgischen Architekturpreises 2001 für diese im Stadtbild unauffällige, unter Umnutzung vorhandener Bausubstanz aber inhaltlich formell moderne Lösung einer sozialen Bauaufgabe möge dafür ein zusätzlicher Anreiz sein.